Verwendung des richtigen Puffers ist essenziell

Jeder Viehhalter weiß, welche Auswirkungen Hitzestress bei Milchvieh hat. Milchkühen bereiten sommerliche Temperaturen (ab 20 °C) Schwierigkeiten und sie können die Futteraufnahme und Milchleistung nicht aufrechterhalten. Ein häufig vorkommendes Problem, das in direktem Zusammenhang mit Hitzestress steht, ist Pansenazidose. Während der Hitzestressperiode ist es daher besonders wichtig, den Pansen optimal zu puffern, um Hitzestress vorzubeugen.

Was ist Pansenazidose?

Pansenazidose tritt auf, wenn im Pansen mehr Säure gebildet wird, als über die Pansenwand aufgenommen werden kann. Dies spielt vor allem bei Tieren, von denen Spitzenleistungen erwartet werden, eine Rolle, weil für das Erreichen dieser hohen Leistungen eine Ration mit einem hohen Energiegehalt gefüttert wird. Dies führt zu einer höheren Gefahr, dass Pansenazidose entsteht. Kühe bilden von Natur aus selbst Hydrogencarbonat und halten damit über den Speichel den Säuregehalt (pH-Wert) im Pansen im Laufe des Tages möglichst stabil. Der optimale Säuregehalt liegt zwischen einem pH-Wert von 6 und 7. Ein pH-Wert, der zu lange niedriger als 5,5 ist, kann sehr schädlich sein. In diesem Fall spricht man von Pansenazidose.

Was passiert bei Hitzestress?

Kühe sind sehr anfällig für Pansenazidose durch Hitzestress. Temperaturen ab 20 Grad Celsius erlebt eine Hochleistungskuh als heiß und besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit kann eine hohe Temperatur Hitzestress verursachen. Bei der Verdauung von (Grund-)Futter entsteht viel Wärme. Damit der Körper bei Hitze nicht überhitzt wird, reduziert das Tier die Grundfutteraufnahme. Oft bleibt die Kraftfutteraufnahme gleichzeitig jedoch auf dem üblichen Niveau, wenn dieses separat angeboten wird. Eine geringere Grundfutteraufnahme und eine beschleunigte Atmung (Hecheln) bei Hitzestress sorgen für eine gesenkte Wiederkäuaktivität. Eine verringerte Wiederkäuaktivität hat eine geringere Speichelbildung und somit direkt eine geringere Verfügbarkeit des puffernden Hydrogencarbonats zur Folge.

Pansenazidose führt zu einer verringerten Pansenfunktion und einer reduzierten Pansenfermentation. Dies hat direkte negative Folgen für die Milchleistung und den Fettgehalt.

Viele Probleme entstehen jedoch erst nach der Hitzestressperiode. Längerfristig lassen sich zum Beispiel negative Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Klauengesundheit feststellen.

Wie kann der richtige Puffer gewählt werden, um die Kuh bei Hitzestress zu unterstützen?

Während einer Hitzestressperiode ist es also wichtig, den pH-Wert im Pansen aufrechtzuerhalten. Ein Puffer im Pansen sorgt dafür, dass bei einer Übersäuerung des Pansens der ideale pH-Wert (6–7) erhalten bleibt. Ein Puffer ist ein Säureregulator, der in der Lage ist, den pH-Wert zu regulieren. Um festzustellen, wie gut ein Puffer ist, kann die Pufferkapazität betrachtet werden. Die Pufferkapazität eines Produkts gibt an, wie gut dieses Produkt den Säuregehalt im Pansen über einem pH-Wert von 5,5 halten kann.

Hydrogencarbonat aus dem Speichel ist der körpereigene Puffer für wiederkäuende gesunde Kühe. Um herauszufinden, ob Hydrogencarbonat auch der beste Puffer für die Kuh ist, wurden verschiedene Produkte anhand ihrer Pufferkapazität verglichen.

Versuche

Versuche mit verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Produkten zeigten, wie geeignet diese Produkte als Puffer zur Vorbeugung von Pansenazidose sind. Die folgenden Produkte wurden getestet:

  • Bicar®Z (reines Natriumhydrogencarbonat)
  • grober Kalkstein
  • feines Calciumcarbonat (verschiedene Quellen)
  • kalkhaltige Algen (verschiedene Quellen)

Um zu untersuchen, wie gut die einzelnen Produkte sind, wurden die Produkte zunächst aufgelöst. Danach wurde schrittweise immer mehr Säure (HCl N) hinzugefügt.

Wenn ein Produkt ein echter Puffer ist, ist eine typische Kurve zu sehen, wobei der pH-Wert bis zu einem gewissen Punkt konstant bleibt. Bicar®Z war das einzige Produkt, das diese typische Kurve aufwies, und ist damit der einzige echte Puffer in dieser Studie! Dies ist in Abbildung 1 zu sehen.

Zudem gilt, dass ein Produkt umso ineffizienter für den Erhalt des pH-Werts ist, je weniger Säure für einen starken Rückgang des pH-Werts nötig ist. Die Ergebnisse aller anderen Produkte sind in Abbildung 2 dargestellt. Dort ist zu sehen, dass bei den verschiedenen Produkte mit Ausnahme von Bicar®Z nur sehr wenig Säure nötig war, um den pH-Wert auf 5,5 (den kritischen Grenzwert für Pansenazidose) oder darunter zu senken. Dies ist auch in Tabelle 1 zu sehen. In dieser Tabelle ist angegeben, wie viel ml Säure tatsächlich nötig waren, um den pH-Wert auf 6 zu senken. Zudem ist angegeben, wie viel % Säure im Vergleich zu Bicar®Z nötig waren, um einen pH-Wert von 6 zu bekommen.

Es ist zu sehen, dass bei allen Produkten sehr wenig Säure nötig war, um den pH-Wert zu senken. Außer bei Bicar®Z!

Tabelle 1: Pufferwirkung der einzelnen Produkte

 

Was passiert beim Einsatz von Bicar®Z während der Hitzestressperiode?

Jahrelange Studien ergaben, dass Bicar®Z Pansenazidose verhindern kann. Zudem hilft Bicar®Z der Kuh, die Hitzestressperiode gut zu überstehen, was eine stabile oder sogar höhere Milchleistung zur Folge hat. Mindestens 250 Gramm Bicar®Z Natriumhydrogencarbonat pro Kuh und Tag sind eine wirksame Methode, um die Tiere während der Hitzestressperiode zu unterstützen.

Tabelle 2: Ergebnisse von 10 Versuchen, in denen mindestens 250g Bicar®Z pro Kuh und Tag gegeben wurden

 

Fazit

Während der Hitzestressperiode ist es sehr wichtig, die Kuh zu unterstützen, um sie vor Pansenazidose zu schützen. Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass Bicar®Z der einzige echte Puffer ist, der Pansenazidose verhindern kann. Bicar®Z ist das einzige Produkt, das den gewünschten Säuregehalt im Pansen für längere Zeit aufrechterhalten kann. Empfohlen wird, während der gesamten Laktation 250 Gr

250 g/Kuh/Tag