Zur Vermeidung einer Pansenazidose müssen mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden. Die wichtigsten Aspekte und Tipps haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Struktur

Achten Sie auf eine ausreichende Struktur in der Ration. Weniger Fasern führen zu einer verminderten Wiederkäuaktivität und dadurch auch zu einer geringeren Speichelproduktion. Speichel ist die natürliche Bicarbonatquelle, der Puffer der von Natur aus die Übersäuerung des Pansens neutralisiert.

Wiederkäuende Kühe beobachten

Die Beobachtung der Kühe liefert wertvolle Informationen. Während einer Ruhezeit im Stall sollten mindestens sechzig Prozent der Kühe wiederkäuen. Liegen zu viele Tiere mit dem Kopf seitlich an der Flanke bedeutet es, dass sie zu wenig Tiere wiederkäuen und möglicherweise schon unter einer Pansenübersäuerung leiden. Die Zahl der Kaubewegungen sagt auch viel über die Pansengesundheit aus. Fünfzig bis siebzig Kaubewegungen pro “Wiederkäuvorgang” sind optimal. Zu wenige Kaubewegungen können ebenfalls ein Anzeichen für eine Azidose sein.

Bequemes Liegen ist wichtig

Eine gesunde Kuh kaut sieben bis neun Stunden am Tag wieder, vorzugsweise liegend. Die Abmessungen und der Komfort der Liegeboxen sind daher wichtig. Wenn Ihre Kühe die Boxen zu wenig nutzen, hat das Folgen für die Wiederkäuzeit. Zu wenig Wiederkäuen erhöht die Gefahr einer Pansenübersäuerung.

Vermeiden von wählerischem Fressverhalten

Achten Sie bei einer gemischten Ration darauf, dass die Futterkombination selektives Fressen verhindert. Kühe wissen, was ihnen schmeckt, und bevorzugen daher oft die feinen, energiereichen Teile. Wenn die Tiere wählen können, nehmen nicht alle Tiere dasselbe Futter auf, sodass sich für einen Teil der Herde das Risiko einer Pansenübersäuerung vergrößert. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Ration gut gemischt ist. Eine gute Methode besteht darin, die Ration zu sieben (Schüttelbox).

Mais nicht zu kurz häckseln

Für die Verdauung des Futters ist es optimal, die Maissilage gleichmäßig auf ungefähr fünfzehn Millimeter Länge zu häckseln. Achten Sie dabei darauf, dass die Körner gut gequetscht werden.

Fragen Sie die Kuh

Kühe sind von Natur aus sehr wohl in der Lage zu zeigen, wenn eine Pansenübersäuerung droht.
Strukturreiches Grundfutter wie Grassamenheu kann ein guter Indikator sein. Bei unbegrenzter Verfügbarkeit fressen die Kühe mehr Heu, wenn ein übersäuerter Pansen bevorsteht.
Ebenfalls getestet werden kann dies mit einem Eimer Bicarbonat vor dem Fressgitter. Kühe, die an der Grenze zur Azidose stehen, zeigen einen größeren Bedarf an Bicarbonat.
Achtung: Dies ist lediglich eine Kontrollmethode und nicht die beste Möglichkeit zur Verabreichung von Bikarbonat. Die wirksamste Weise, um Ihren Kühen jederzeit einen guten Puffer im Futter zu geben, ist die Aufnahme von mindestens 250 g Bicar®Z Natriumbicarbonat je Tier und Tag als Standardkomponente in die Ration.

Trinkwasser ist wichtig

Es ist wohl allgemein bekannt, aber die Bedeutung von gutem Trinkwasser kann nicht oft genug betont werden. Unbegrenzt verfügbares und qualitativ hochwertiges Trinkwasser ist eine Voraussetzung für eine optimale Verwertung des Futters und einen gesunden Pansen.

Auf Fettanteile in der Milch achten

Ein niedriger Milchfettgehalt weist auf eine Pansenazidose hin. Behalten Sie daher den Fettanteil in der Tankmilch im Auge. Achten Sie auch auf den Milchfettanteil der einzelnen Kühe, besonders zu Beginn der Laktation.

Puffer als Standardkomponente

Hochleistungskühe benötigen eine Ration, die ausreichend Energie und Eiweiß für die Milchleistung und genug Struktur für eine optimale Verdauung enthält. Durch die Aufnahme eines wirksamen Puffers als Standardkomponente schaffen Sie eine sichere Ration für einen gesunden Pansen. Empfohlen wird, standardmäßig mindestens 250 g Bicar®Z Natriumbicarbonat je Kuh und Tag zur Ration hinzuzufügen.

250 g/Kuh/Tag