Jeder Viehhalter kennt die Gefahren von Hitzestress im Sommer. Oft werden zu dieser Zeit häufig Puffer verwendet, um die Milchkühe in Zeiten von Hitzestress optimal zu unterstützen. Hitzestress und Pansenazidose stehen in einem engen Zusammenhang. Wussten Sie aber, dass die Pansenazidosegefahr das ganze Jahr über lauert?

Was ist Pansenazidose?
Pansenazidose tritt auf, wenn im Pansen mehr Säure gebildet wird, als über die Pansenwand aufgenommen werden kann. Dies spielt vor allem bei Tieren, von denen Spitzenleistungen erwartet werden, eine Rolle, weil für das Erreichen dieser hohen Leistungen eine Ration mit vielen schnell abbaubaren Kohlenhydraten (über das Kraftfutter) und oft zu wenig Struktur gefüttert wird. Dies führt zu einer höheren Gefahr, dass Pansenazidose entsteht. Kühe bilden von Natur aus selbst Hydrogencarbonat und halten damit über den Speichel den Säuregehalt (pH-Wert) im Pansen im Laufe des Tages möglichst stabil. Der optimale Säuregehalt liegt zwischen einem pH-Wert von 6 und 7. Ein pH-Wert, der zu lange niedriger als 5,5 ist, kann sehr schädlich sein. In diesem Fall spricht man von Pansenazidose.

Welche Gefahren stellen die Grundlage für Pansenazidose dar?
Es gibt verschiedene Ursachen für das Auftreten von Pansenazidose bei Hochleistungskühen. Hitzestress ist eine bekannte Ursache, aber sicherlich nicht die einzige! Beachten Sie daher auch das erhöhte Risiko in den folgenden Fällen:
• zu wenig Struktur in der Ration
• zu hoher Anteil an Zucker und Stärke im Vergleich zu Rohfaser
• zu niedriges Verhältnis zwischen Grundfutter und Kraftfutter (vor allem bei maisreichen Rationen)
• zu gute Körperkondition der Kühe (zu fett) zum Zeitpunkt des Abkalbens; zudem ist die Kuh rund um die Phase des Abkalbens anfällig für Pansenazidose, weil sich der Pansen an die großen Veränderungen in der Ration anpassen muss
• Variation in der Ration: stark schwankende Rationen oder Gefahr der Selektion am Fressgitter
• Stress, zum Beispiel mangelnder Komfort der Liegeboxen oder Fressplätze, schlechtes Stallklima und Hitze

Pansenazidose ist an einer Kombination von unspezifischen Symptomen wie einer verminderten Aktivität, einem abnehmenden Appetit oder einem stumpfen Fell zu erkennen. Darüber hinaus sind die folgenden typischen Symptome zu sehen:
• verminderte Pansenaktivität
• verminderte Wiederkäuaktivität
• Veränderung in der Ruhehaltung: Tiere liegen mit dem Kopf auf der Flanke
• verringerte und unregelmäßige Futteraufnahme; bei akuter Pansenazidose stellt das Tier die Futteraufnahme komplett ein
• übermäßiges Sabbern während des Wiederkäuens und Verlust von Futterklumpen, oft gut sichtbar auf den Liegeplätzen

Wie kann die Kuh unterstützt werden, um Pansenazidose vorzubeugen?
Ein Puffer im Pansen sorgt dafür, dass bei einer Übersäuerung des Pansens der ideale pH-Wert (6–7) erhalten bleibt. Ein Puffer ist ein Säureregulator, der in der Lage ist, den pH-Wert zu regulieren. Um festzustellen, wie gut ein Puffer ist, kann die Pufferkapazität betrachtet werden. Die Pufferkapazität eines Produkts gibt an, wie gut dieses Produkt den Säuregehalt im Pansen über einem pH-Wert von 5,5 halten kann. Hydrogencarbonat aus dem Speichel ist der körpereigene Puffer für wiederkäuende gesunde Kühe.

Ergebnisse aus der Praxis
Langjährige Versuche haben gezeigt, dass Bicar® Z (reines Natriumhydrogencarbonat) Pansenazidose verhindern kann. In Tabelle 1 ist eine Übersicht über die einzelnen Ergebnisse zu finden.

Die aktuellsten Ergebnisse stammen von einem sehr zufriedenen Milchviehhalter in Deutschland. Dieser Milchviehhalter hat im November 2018 mit dem Einsatz von Bicar® Z für seine 80 Milchkühe begonnen. Die Ration der Kühe setzte sich aus 2/3 Mais, 1/3 Gras, 250 Gramm Mineralstoffen, 0,75 Gramm gepresster Gerste pro Kilo und ergänzenden Pellets zusammen. Zur Vorbeugung von Pansenazidose wurden 125 Gramm Natriumhydrogencarbonat pro Kuh und Tag sowie 125 Gramm kalkreiche Algen pro Kuh und Tag gefüttert. Die Ration wurde nicht verändert, nur die Kombination Natriumhydrogencarbonat/kalkreiche Algen wurde durch 250 Gramm Bicar® Z pro Kuh und Tag ersetzt.

In Grafik 1 sind die Ergebnisse von Milchleistung und Fett- und Eiweißgehalten zu sehen. In den Monaten November, Dezember und Januar stieg die FECM-Leistung (fett- und eiweißkorrigierte Milchmenge) im Schnitt um 3,54 kg im Vergleich zum Oktober (Kontrolle). Bis heute verwendet dieser Milchviehhalter noch immer das ganze Jahr über Bicar® Z und ist damit sehr zufrieden.

Fazit
Das ganze Jahr über ist es sehr wichtig, die Kuh zu unterstützen, um sie vor Pansenazidose zu schützen. Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass Bicar® Z der Puffer ist, der Pansenazidose verhindern kann. Bicar® Z ist DAS Produkt, um den Pansen stabil zu halten und die Produktionsparameter zu optimieren. Empfohlen wird, während der gesamten Laktation 250 Gramm Bicar® Z pro Kuh und Tag zu geben.

250 g/Kuh/Tag