Bei Hochleistungskühen liegt Pansenazidose immer auf der Lauer. In folgenden Fällen besteht ein erhöhtes Risiko:

  • zu wenig Struktur in der Ration
  • ein zu hoher Anteil an Zucker und Stärke im Vergleich zur Rohfaser
  • ein zu niedriges Verhältnis von Grundfutter zu Kraftfutter (vor allem bei maisreichen Rationen)
  • zu fette Kühe zum Zeitpunkt des Abkalbens
  • eine Veränderung der Futterration: stark schwankende Futterrationen oder die Gefahr einer Auswahl am Futtergitter
  • Stress, zum Beispiel durch mangelhaften Komfort der Liegeboxen oder der Fressplätze, ein schlechtes Stallklima und Hitze

Verschiedene Bereiche der Betriebsführung erfordern besondere Aufmerksamkeit, um Pansenazidosen zu vermeiden.

Ernährung von hochproduktiven Milchkühen

Hochproduktive Milchkühe müssen große Energiemengen aufnehmen. Darum enthält die Ration für diese Tiere viel schnell abbaubare Kohlenhydrate (meist über das Kraftfutter) und oft zu wenig Struktur (strukturreiche Produkte sind weniger energiereich).

Abkalben und Laktationsbeginn

Die Phase rund um das Abkalben wird durch viele Veränderungen geprägt. Zu Beginn ist die Kuh anfällig für die Pansenübersäuerung, weil sich der Pansen an große Veränderungen in der Futterration anpassen muss.

Hitzestress

Kühe sind sehr sensibel für eine Pansenazidose durch Hitzestress. Temperaturen ab 20 Grad Celsius empfindet eine Kuh als warm. Ganz besonders bei einer hohen Luftfeuchtigkeit kann das zu Hitzestress führen.

Weidegang

Bei weidenden Tieren kommt es im Laufe der Saison zu großen Veränderungen, weil sich der Futterwert von Weidegras während der Saison verändert. Das kann zum Beispiel auch durch Veränderungen bei der Trockenstoffaufnahme von Gras in Verbindung mit dem verfütterten Kraftfutter vorkommen.

Wechselnde Silagequalität

Der Wechsel von einem Silo zum anderen kann große Veränderungen mit sich bringen.

250 g/Kuh/Tag